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Gesundheit, Ernährung & Pflege

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Welpenfutter richtig wählen — was wirklich zählt

Trockenfutter, Nassfutter, BARF: was Welpen brauchen, wie viel sie fressen sollen und woran du gutes Futter erkennst.

Beim Welpenfutter geht weniger schief, als man bei zwei Stunden Internet-Recherche denkt. Welpen wachsen mit den meisten halbwegs vernünftigen Futtern gut auf. Was wirklich zählt: passende Energiedichte, passendes Calcium-Phosphor-Verhältnis und Verträglichkeit für deinen konkreten Hund.

Was Welpen brauchen

Welpen wachsen — sie brauchen mehr Energie, mehr Eiweiß, mehr Calcium pro Kilo Körpergewicht als erwachsene Hunde. Aber nicht beliebig viel: zu schnelles Wachstum belastet die Gelenke, vor allem bei großen Rassen.

Die wichtigsten Punkte:

  • Energiegehalt, abgestimmt auf Welpenwachstum.
  • Calcium-Phosphor-Verhältnis zwischen 1,2:1 und 1,4:1.
  • DHA und EPA (Omega-3) für die Hirnentwicklung.
  • Bei großen Rassen spezielle „Junior"-Linien für langsameres Wachstum.

Trockenfutter, Nassfutter, BARF — was passt?

Drei Hauptansätze:

Trockenfutter

  • Vorteile: praktisch, lange haltbar, gut dosierbar.
  • Nachteile: kaum Wasseranteil — dein Hund muss viel trinken.
  • Was zählt: hoher Fleischanteil (idealerweise 40–60% in der Trockenmasse), klar deklarierte Inhalte, kein „Tierisches Nebenerzeugnis" als einzige Tierproteinquelle.

Nassfutter

  • Vorteile: hoher Wasseranteil, oft besser akzeptiert, näher an natürlicher Ernährung.
  • Nachteile: höherer Preis pro Kalorie, weniger lange haltbar.
  • Was zählt: Fleischanteil mit konkreter Bezeichnung („50% Huhn"), nicht nur „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse".

BARF (rohe Fütterung)

  • Vorteile: maximale Kontrolle über Zutaten.
  • Nachteile: Aufwand, Risiko von Mangel oder Überschuss bei falscher Zusammenstellung. Vor allem bei Welpen heikel.
  • Empfehlung: nur mit Anleitung von Tierarzt oder Ernährungsberater (z.B. tiermedizinisch geschulte BARF-Beratung). Kein „Internet-BARF".

Wie viel und wie oft

Welpen fressen häufiger als erwachsene Hunde. Faustregel:

  • Bis 12 Wochen: 4 Mahlzeiten pro Tag.
  • 3–6 Monate: 3 Mahlzeiten pro Tag.
  • Ab 6 Monaten: 2 Mahlzeiten pro Tag.

Mengen orientieren sich an der Packungsangabe — und am Welpen. Sichtbar dünn ist zu wenig, sichtbar rundlich ist zu viel. Du solltest die Rippen erfühlen, aber nicht sehen.

Futter umstellen — wann und wie

Wenn du das Futter wechselst (Marke, Art, Welpenfutter zu Adultfutter):

  • Mindestens 5–7 Tage schrittweise umstellen.
  • Tag 1–2: 25% neu, 75% alt.
  • Tag 3–4: 50/50.
  • Tag 5–6: 75% neu, 25% alt.
  • Ab Tag 7: komplett neu.

Bei Magenproblemen Tempo halbieren. Bei anhaltendem Durchfall: Tierarzt.

Wann auf Adult-Futter umstellen

  • Kleine Rassen (bis ca. 10 kg): mit etwa 9–12 Monaten.
  • Mittlere Rassen (10–25 kg): mit etwa 12–14 Monaten.
  • Große Rassen (über 25 kg): mit etwa 15–18 Monaten.
  • Sehr große Rassen: bis zu 24 Monate Welpenfutter.

Was du nicht füttern solltest

Folgendes gehört nie in den Hund (auch keine kleinen Mengen):

  • Schokolade, vor allem Zartbitter.
  • Trauben und Rosinen (akut nierengiftig bei manchen Hunden).
  • Zwiebel und Knoblauch in größeren Mengen.
  • Avocado.
  • Macadamia-Nüsse.
  • Xylit (in zuckerfreien Süßigkeiten, Kaugummi).
  • Alkohol.
  • Gegarte Knochen (splittern).

Leckerlies — wie viel ist okay

Belohnungen sind wichtig fürs Training, sollten aber nicht mehr als 10% der Tagesenergie ausmachen. Welpen werden schnell rund. Praktisch:

  • Trockenfutter aus der Tagesration als Trainingsleckerli verwenden.
  • Kleine Stücke geben — für den Welpen ist die Häufigkeit entscheidend, nicht die Größe.
  • Käse, Wurst, Schinken nur sparsam — viel Salz und Fett.

Wasser

Frisches Wasser dauerhaft verfügbar. Trockenfutter erhöht den Bedarf deutlich. Bei großen Rassen: nicht direkt vor oder nach dem Fressen wild herumtoben — Magendrehung ist selten, aber gefährlich.

Wenn der Welpe nicht frisst

Ein Welpe, der eine Mahlzeit auslässt, ist meist nichts Besorgniserregendes. Wenn er zwei oder mehr Mahlzeiten auslässt, apathisch wirkt, erbricht oder Durchfall hat: Tierarzt.

Realistisch

Es gibt nicht „das eine richtige Welpenfutter". Wichtig sind: anständige Qualität, passende Menge, Verträglichkeit, ruhige Mahlzeiten.

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